Initiative Christlicher Arbeitnehmer für Guatemala e.V.

Guatemala – reiches Land, arme Bevölkerung

Berg und See im VordergrundGuatemala ist das Land des ewigen Frühlings. Seine Landschaft ist von atemberaubender Schönheit. Seine Bevökerung ist sehr vielfältig. Die Maya, als ursprüngliche Bevölkerung Guatemalas, stellen heute wieder mehr als 40 Prozent des Bevölkerungsanteils. Daneben leben in Guatemala Mischlinge (Ladinos genannt), Garifunas (dunkelhäutige Kariben-Nachfahren) und Weiße. In Guatemala werden 24 verschiedene Sprachen gesprochen. Der kulturelle und natürliche Reichtum des Landes ist gleichzeitig aber auch Anlass für vielfältige Konflikte und Armut.

Die große Mehrheit der Bevölkerung leidet unter der extrem ungerechten Landverteilung. Nur zirka 2 Prozent der Bevölkerung sind Eigentümer von mehr als 70 Prozent der Agrarfläche. Gleichzeitig lebt allerdings die Mehrheit der Bevölkerung von der Produktion landwirtschaftlicher Produkte. Die ungleiche Landverteilung ist einer der Armutsfaktoren der ländlichen Bevölkerung. Guatemala zählt zu den ärmsten Länder des amerikanischen Kontinents.

Die Armutsquote liegt bei zirka 56 % der Bevölkerung und 16 Prozent der Bevölkerung haben sogar weniger als 1,25 US-$ pro Tag zur Verfügung (in der Provinz San Marcos, wo Icagua einen Teil seiner Projekte hat, sind es sogar mehr als 60 Prozent der Bevölkerung). Mittel für ärztliche Versorgung, Medikamente oder Ausbildung stehen oft nicht zur Verfügung. Die Analphabetenquote ist unverändert hoch, nur 30 Prozent der Maya-Kinder erreichen die dritte Schulklasse.

Kaffebohnen nach der Ernte in einem SackDarüber hinaus hat die ländliche Bevölkerung, die in der Mehrheit zur Bevölkerungsgruppe der Maya zu rechnen ist, oft keinen Zugang zu Elektrizität, Trinkwasser und einfachen sanitären Einrichtungen. Der Anteil der mangelernährten Kinder unter fünf Jahren erreicht traurige 50 Prozent. Ein mehr als 36 Jahre währender Bürgerkrieg, der 200.000 Tote kostete und ungefähr eine Million Flüchtlinge hervorrief, hat auch 19 Jahre nach dem Friedensschluss die Gesellschaft verunsichert und zutiefst erschüttert.  Politik und Wirtschaft vernachlässigen ihre vordringliche Aufgabe, die wirtschaftliche, soziale, ökologische und politische Situation im Land nachhaltig zu verbessern.